47. Jahrestagung

der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie

der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Montag, 23.10. – Mittwoch, 25.10.2023

Messecongress Graz

47. Jahrestagung

der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie

der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Montag, 23.10. – Mittwoch, 25.10.2023

Messecongress Graz

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wir arbeiten derzeit schon am Programm für die Tagung 2023, die unter dem Motto „Lunge am Limit“ stattfinden wird. Um jedoch schon jetzt einen Eindruck zu bekommen, was Sie am nächsten Kongress erwartet, teilen wir mit Ihnen gerne den Kongressbericht unserer Jahrestagung 2022:

Die Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) und der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (OGTC) fand heuer zwischen 29. September und 1. Oktober in Salzburg statt. Es war eine besondere Freude für alle Teilnehmer*innen, sich nach zwei Online-Jahrestagungen wieder persönlich zu treffen und auszutauschen. Der Fokus der hybriden ÖGP|OGTC Jahrestagung war „Prävention in der Pneumologie“, ein Thema, dessen Wichtigkeit wir besonders hervorheben wollen. Somit wurden in mehreren Sitzungen Aspekte der Prävention interdisziplinär beleuchtet. Sonst fanden sich selbstverständlich die wichtigsten Themen der Pneumologie und Thoraxchirurgie im Programm wieder. In nur drei Tagen fanden 52 Sitzungen, 6 parallele Tracks, 4 Hands-On Kurse, 2 Live Streams und ein interprofessioneller Workshop statt.

ÖGP|OGTC Mentorship Programm

Das ÖGP|OGTC Mentorship Programm wurde dieses Jahr ins Leben gerufen und stellt eine neue Initiative für Ärzt*innen in Ausbildung und Studierende dar, um die Erfahrung und den Wissensgewinn im Rahmen der Tagung weiter zu vertiefen. Im Rahmen des Mentorship Programms wurde der Kongressbesuch von regelmäßigen Treffen mit den Mentor*innen (ausgewählte Expert*innen in den jeweiligen Themengebieten) umrahmt, in denen die Sitzungen reflektiert und Fragen thematisiert wurden. Neben fachlichen Diskussionen bot das Mentorship Programm ebenso die Möglichkeit, sich mit anderen jungen Kolleg*innen auszutauschen und Perspektiven zur Spezialisierung in verschiedenen Fachgebieten von erfahreneren Expert*innen zu hören. Das Mentorship Programm war für alle Studierenden und Ärzt*innen in Ausbildung kostenfrei und für Mentees wurde keine Registrierungsgebühr verrechnet. 8 Personen haben von diesem neuen Angebot profitiert.

Tag 1

Am 29. September ist die Jahrestagung mit vier parallel geführten Hands-on-Kursen gestartet. Die Teilnehmer*innen konnten ihre Erkenntnisse in den Bereichen Onkologie, Klinische Thoraxsonographie, Long COVID sowie Allergie und Asthma erweitern. Neben den Vorträgen gab es die Möglichkeit, praktische Übungen durchzuführen sowie anhand von Fallbeispielen die neuesten Erkenntnisse aus den jeweiligen Fachbereichen zu diskutieren. Im Laufe des Vormittags gab es neun Sitzungen. Die Zuhörer*innen der Sitzung „Update Impfungen“ haben die neuesten Daten zu Influenza-, Pneumokokken- und COVID-19 Impfungen erfahren. In einer weiteren Sitzung wurde die Sarkoidose aus Sicht der Pneumologie, Kardiologie und Dermatologie diskutiert. Obwohl es sich um eine seltene Erkrankung handelt, war die Sitzung „Aktuelle Diagnostik und Therapie der primären ziliären Dyskinesie“ sehr gut besucht, da die Diagnose und das Management noch immer  Herausforderungen sind. Im Rahmen der Schlafapnoe-Sitzung wurde die Wichtigkeit der Überdrucktherapie als präventive Maßnahme für internistische Erkrankungen diskutiert. Eine der wichtigsten Erkrankungen, die Pneumolog*innen in der täglichen Praxis beschäftigt, ist die COPD. Diesbezüglich gab es ein Update über potenziell präventive Maßnahmen, medikamentöse Therapien und nicht pharmakologische Therapien. Die neu erschienenen Leitlinien für die Diagnostik und Behandlung der pulmonalen Hypertonie wurden in einer englischsprachigen Sitzung ausführlich mit renommierten Referent*innen wie Marc Humbert und Marion Delcroix diskutiert. Praxisbezogene Themen wie das Asthma vom Kleinkind zum Erwachsenen, Prävention bei bronchialen Erkrankungen und Atemwegsobstruktionen bei Belastung wurden noch von hochrangigen Referent*innen im Rahmen der Parallelsitzungen diskutiert.

Die darauffolgende „Friedenssitzung“ der ÖGP und der OGTC sowie die Eröffnungszeremonie begann mit den Grußworten des Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie, Gabor Kovacs, gefolgt von den Grußworten des Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie, György Lang. Marc Humbert begrüßte die Teilnehmenden seitens der ERS, und Christian Stöckl in Vertretung des Landeshauptmanns. Eine besondere Ehre für unsere Gesellschaften war, dass der Präsident von Ärzte ohne Grenzen Österreich und der Programme Manager der „Vaccine-Preventable Diseases and Immunization“ der WHO ihre Gedanken über Krisensituationen im Krieg mit uns geteilt haben. Ein weiteres Highlight des Tages war die Sitzung „Fall des Jahres“, in der die interessantesten Fälle der österreichischen Krankenhäuser präsentiert wurden. Mittels digitaler Abstimmung über die Kongressapp wurden anschließend die drei besten Fälle prämiert.

Tag 2

Der 30. September fing mit dem Leitliniensymposium Asthma/Allergie an, parallel dazu lief die Vortragsreihe über Langzeitüberleben bei Lungenkrebs im Stadium IV. Zusätzlich wurde ein Update über die pneumologische Rehabilitation gegeben und die Problematik der postintensivmedizinischen Betreuung diskutiert. In der Sitzung Pneumologie in der Praxis wurden wichtige Methoden des Gasaustausches BGA und DLCO diskutiert. Seitens der OGTC wurde die Georg Salzer Session mit insgesamt fünf Vorträgen veranstaltet. Die Interaktion zwischen Lungengefäßen und Lungenparenchym wurde in einer interdisziplinären Sitzung debattiert; unter anderem mit Themen wie die Hilfe von künstlicher Intelligenz. Die Allergiediagnostik, Long COVID, Inhalationstechniken und die kardiopulmonale Interaktion für Beatmungsmediziner*innen waren die folgenden Themen, die dargestellt wurden. Ein historischer Moment war eine Sitzung der OGTC, die die Geschichte der Thoraxchirurgie in Österreich seitens der thoraxchirurgisch tätigen Zentren zusammenfasste.

In der Mittagspause fanden zahlreiche AK/AG Sitzungen der ÖGP sowie die OGTC Generalversammlung statt. Am Nachmittag wurden mehrere interdisziplinäre Sitzungen gestaltet. Seitens der Kinderpneumolog*innen wurden die Prävention in der Diagnostik und die Behandlung der zystischen Fibrose bzw. Notfälle in der Pädiatrie für ein breites Publikum dargestellt. Interessante Vorträge seitens der onkologisch tätigen Kolleg*innen begeisterten das Publikum mit Themen über die Bronchuskarzinome in Frühstadien. Das Armamentarium der interventionellen Pneumologie bestehend aus Ventilen, Navigationsbronchoskopie sowie EBUS wurde vorgestellt. Das Hauptthema des Kongresses hat sich bei den Sitzungen „Rauchen – präventive Aspekte und Folgen“ sowie „Lunge und Wald“ widergespiegelt. Die individualisierten Therapieansätze obstruktiver Lungenerkrankungen wie COPD und Alpha-1 Antitrypsinmangel wurden in zwei Sitzungen diskutiert. Interdisziplinarität fand sich wieder bei den Vorträgen über die innovative antimikrobielle Therapie auf der Intensivstation. Expert*innen aus den Fachdisziplinen Rheumatologie, Pathologie, Pneumologie, Radiologie und Thoraxchirurgie haben interessante Fälle im ILD Board diskutiert und aufgeschlüsselt. Die besten sechs Poster (drei aus dem klinischen Bereich, drei aus der Grundlagenforschung) wurden durch eine internationale Jury bewertet. Die Postersitzungen wurden dieses Jahr in einem sehr innovativen papierlosen Format durchgeführt, mit dem hauptsächlich die neuesten Daten aus den österreichischen pneumologischen Zentren gezeigt wurden. Zusätzlich wurden die österreichischen Rehabilitationszentren in einem ähnlichen Format vorgestellt und man konnte bei einem Quiz wertvolle Preise gewinnen.

Der Gesellschaftsabend hat zwar dieses Jahr etwas länger gedauert, allerdings bemüht sich das Programmorganisationskommitee, diesen in der Zukunft etwas kompakter zu gestalten.

Tag 3

In den Morgenstunden des 1. Oktober sind insgesamt sieben Sitzungen parallel gelaufen, hier hatten die obstruktiven Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD eine überwiegende Rolle. Der Einsatz verschiedener Antibiotika sowie pulmonale Rehabilitation und der assistierte Suizid in Österreich ergänzten die Reihe der Sitzungen. Der traditionelle interprofessionelle Workshop über die Thoraxdrainagen mit Pneumolog*innen, Pfleger*innen und Thoraxchirurg*innen hat neuerlich viele Teilnehmende begeistert. Außerdem wurden Leitlinien der Lungentuberkulose, Leitlinien der nicht-tuberkulösen Mykobakterien und Leitlinien der Lungentransplantation präsentiert. Im Rahmen des interdisziplinären Tumorboards haben Expert*innen aus Radiologie, Thoraxchirurgie, Pathologie, Thoraxonkologie und Strahlentherapie ausgewählte Fälle mit Lungenkarzinom diskutiert und die Komplexität der onkologischen Behandlung dargestellt.

Vorträge versäumt?

Einige Vorträge der 46. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie & 6. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie in Salzburg finden sich auf der Website der ÖGP zum Nachhören.

Ausblick

Die 47. Jahrestagung der ÖGP und der OGTC findet von 23. bis 25.10.2023 in Graz statt.

Wir freuen uns auf eine neuerliche rege Teilnahme!

Gabor Kovacs

Gabor Kovacs
Präsident der ÖGP

Wichtige Daten

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